9 Tipps für eine gelungene Rede

23. Frei, leidenschaftlich und fesselnd vortragen – so geht das.

Hast du schon mal etwas richtig Leckeres gegessen? Ein herrliches Gefühl, oder? Genauso geht es mir, wenn ich einer gelungenen Rede zuhöre. Sie schmeckt mir. Ich genieße das Zuhören und fühle mich hinterher satt, sprich inspiriert. In dieser Episode gebe ich dir praktische Impulse, wie du das Reden vor anderen Menschen verbessern kannst. Sodass es den Zuhören richtig gut schmeckt.

9 Tipps für eine gelungene und fesselnde Rede

Diese Liste kannst du als eine Art Checkliste benutzen. Du kannst bei der Vorbereitung und/oder beim anschließenden Reflektieren deiner Rede noch mal gedanklich durchgehen und dich fragen: Kann ich bei allen Punkten einen Haken machen? Und wenn nicht, wo kann ich mich verbessern? Worauf beim nächsten Mal achten?

  1. Sei kurzweilig und unterhaltend 
    Eine Rede muss ein Genuss sein, wie beim Essen. Der beste Inhalt, langweilig vorgetragen, lässt jeden Zuhörer abschalten. Deshalb achte darauf, dass der Zuhörer in irgendeiner Weise unterhalten wird und nicht einfach nur mit Informationen überschüttet wird. Ein wichtiges Gewürz dabei ist dein persönlicher Humor, den du gezielt einsetzt. Am besten eine prächtige Prise Selbstironie. Denn wer nicht über sich selbst lachen kann, den kann man nicht ernst nehmen. Eine zweite Möglichkeit der Unterhaltung ist die Neugier. Schaffe Neugier. Versprich etwas und greife es anschließend noch mal auf. Halte die Spannung aufrecht.
    .
  2. Bleib persönlich und authentisch 
    Die beste Information ist diejenige, die von dir selbst erlebt oder gelebt wird. Und wenn auch erst bei der Vorbereitung in Gedanken und emotional. Aber sie muss etwas mit DIR zu tun haben. Rede von persönlichen Beispielen, bringe deine eigene Geschichte mit ins Spiel. Erzähle von deinen eigenen Fehlern. Brenne selbst für das, was du weitergibst. Ok, vielleicht nicht gerade, wenn du ein Seminar über Buchhaltung hältst. 🙂
    .
  3. Sei echt und roh
    Ich höre lieber jemanden stammeln und sehe, dass er echt ist, als dass jemand eine geschliffene Rede hält und selbst nicht erkennbar ist. Während es bei Punkt 2 eher um den Inhalt geht, so meine ich hier die Art, wie du vorträgst. Mache ruhig mal Fehler und sprich frei, als dass du abliest und dadurch sehr unpersönlich wirkst. Begeisterung ist wichtiger als Belesenheit. Fehler machen nahbar.
    .

    „Fehler machen uns zu Menschen. Und an Menschen erinnern wir uns am liebsten.“ Katja Kerschgens
    .
    Wie du es nicht machen solltest: „Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst. Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, so dass der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet.“ Tucholsky
     .
    „Eine Gruppe reagiert rasch negativ auf einen Redner, der meint, geistig oder gesellschaftlich über seinen Zuhörern zu stehen.“ Dale Carnegie
    .
  4. Sprich in die Situation der Zuhörer hinein 
    Menschen sind interessiert, wenn das Erzählte sie betrifft. Wenn sie etwas davon haben. Wenn sie sich damit identifizieren können. Das tun sie am besten, wenn sie in die Rede mit hinein genommen werden. Das tust du z.B., indem du mögliche Fragen im Kopf der Zuhörer aufgreifst.
    .

    Katja Kerschgens (Reden straffen statt Zuhörer strafen): „Eine Rede geht nicht dann los, wenn der Redner anfängt zu sprechen. Eine Rede geht dann los, wenn der Zuhörer einsteigt.“
    .
  5. Rede in Bildern und mit Geschichten
    Wir lernen am besten dadurch, dass wir etwas SEHEN oder noch besser ERLEBEN. Solches Sehen und Erleben bewirken wir durch Metapher, Bilder und Geschichten. Unser Gehirn ist kein Rechenzentrum, sondern eine Bildergalerie. Bilder bleiben haften. Wir erinnern uns. Wir erleben sie. Deshalb nutze unbedingt Bilder.
    .
    „Viele Stories bieten wunderbare Gleichnisse an, die eine große Lehre (Einsicht) in eine kompakte transportable Idee packen, die man mit sich herumtragen kann. Auch kann man eine Story jederzeit wieder hervorholen, sie erneut (wie neu!) betrachten, durchdenken oder bei Entscheidungen für den Rest seines Lebens berücksichtigen.“ BirkenbihlÜbrigens erzähle ich im Podcast natürlich auch immer wieder Geschichten und nutze Bilder. Auch in dieser Episode. Ein Reinhören lohnt sich also. 🙂
    .
  6. Wirf Fragen auf
    Manche Impulse beantworten Fragen. Die besten Reden werfen allerdings auch Fragen auf. Fragen, mit denen wir dann nach Hause gehen und die uns zum Nachdenken anregen.
    .
  7. Mach es merkbar
    Sorge dafür, dass das Gehörte in den Köpfen bleibt. Bringe es auf den Punkt, fasse das Gesagte noch mal zusammen. Nutze Bilder und Geschichten als Aufhänger. Fokussiere dich auf wenig Informationen, diese aber verständlich und merkbar rübergebracht. Wir tendieren dazu, zuviel an Infos zu geben. Ich übrigens auch mit diesem Podcast. Deshalb werde ich in der nächsten Staffel ab ca. November die Episoden kürzen. 🙂
    .
  8. Finde eine praktische Anwendung 
    Was bringt die Information, wenn ich sie nicht lebe. Wie im Internet der „Call to Action“ extrem wichtig ist, so auch in einer Rede. Zeige konkrete Möglichkeiten auf, was die Zuhörerin aufgrund des Gehörten jetzt tun kann.
    .
  9. Ermutige und baue auf
    Eine gute Rede pflanzt in den Hörern ein positives Gefühl der Ermutigung. Nicht immer – es gibt natürlich auch Vorträge, die sollen betroffen machen und zum Nachdenken anregen. Aber auch dann sollte jeder anschließend sagen können: Ich KANN jetzt und WILL jetzt folgendes tun… Wir brauchen Anstöße für mehr MUTausbrüche. Lass deine Rede solch ein Anstoß sein.

Diese neun Tipps waren natürlich nur ein Auszug eines guten Rezeptes, damit die Rede richtig schmeckt. Aber vielleicht kannst du den einen oder anderen Impuls beim nächsten Mal umsetzen?

Falls du im christlichen/kirchlichen Bereich aktiv bist: Hier ein Seminar zum Thema bildhaft, fesselnd und lebendig predigen. Wenn du interessiert bist, mich für dieses Seminar einmal einzuladen, findest du HIER mehr Infos. Das Seminar kann auch gerne angepasst werden auf andere Settings.

Oder du willst mich einmal für einen Vortrag zum Thema Stark und entspannt leben statt auszubrennen einladen ? Dann findest du HIER mehr Infos zum Impuls-Vortrag, den ich anbiete. 

Mein neues Buch: Beine hoch und los. Stärker und entspannter leben statt auszubrennen (hier klicken).

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne!

Kommentare geschlossen.