So wirst du eine Persönlichkeit mit Profil – Teil 2

08: Mit Profil, Charakter und Kompetenzen leben

Du erinnerst dich an den vorigen Beitrag?

Um eine starke Persönlichkeit zu entwickeln, hilft uns der TRICK.
Den Tod vor Augen,
die Rolle klar definiert,

Und jetzt geht es weiter mit dem I.

Warum der Vogel einen Vogel hat

Hier kommt nun die kürzeste Geschichte. Und doch beschreibt sie ein ganz wichtiges Prinzip, damit wir immer mehr die Persönlichkeit werden und leben, die zu uns passt.

„Ich werde ihn vor dem Ertrinken retten“, sagte sich der Vogel. Und so schnappte er sich den Fisch und legte ihn über einen Ast.“

Ja hat der Vogel denn einen Vogel?

Weiß er denn nicht, dass alle Tiere unterschiedlich sind? Vögel sind in der Luft in ihrem Element. Fische sind im Wasser in ihrem Element. Ein Vogel würde im Wasser ertrinken. Ein Fisch an der Luft ersticken. Das weiß doch jeder, oder?

Nun, bei den Tieren ist uns das vielleicht bewusst. Aber auch wir Menschen sind unterschiedlich.

Jeder von uns ist in unterschiedlichen Situationen und Aufgabenbereichen in seinem Element. Manche Aufgaben treiben uns förmlich in die Höhe und wir haben das Gefühl zu fliegen, Andere geben uns das Gefühl, dass wir bald ersticken.

Mittlerweile sind wir beim I im TRICK angelangt. Das I steht für meine Identität. In vielen Ländern nutzt man statt Personalausweis das Wort Identitätsausweis (identity card). Die Karte weist dich mit deiner ganz individuellen Persönlichkeit aus und kann in keinem Fall übertragen werden. Da steht zum Beispiel, welche Augenfarbe du hast und welcher Nationalität du angehörst. Dinge, mit denen du dich identifizierst und anhand derer andere dich wiedererkennen.

Identität – ein weites und spannendes Thema. Für diesen Beitrag will ich mich auf einen Punkt konzentrieren: Es geht hier um Eigenschaften deiner Persönlichkeit, die du nicht verändern kannst. Sie gehören einfach zu dir. Das bist du.

In diesen Punkten kannst du – mit einem Augenzwinkern, versteht sich – die Einstellung von Konrad Adenauer haben. Der sagte einmal: „Die einen kennen mich. Die anderen können mich.“

Was sind das für Eigenschaften?

Es ist z.B. dein Temperament, deine ganz persönliche DNA. Ich bin zum Beispiel ein Introvertierter. Ja, ich feiere gerne mit Menschen. Lache gerne mit anderen. Finde Unterhaltungen spannend. Aber ich bin definitiv introvertiert. Es bedeutet, dass ich meine Energie aus dem Alleinsein ziehe. Wenn ich ausgepowert bin, muss ich alleine sein und nicht unter Leute gehen.

Weil ich das weiß, kann ich viel besser darauf achten, dass ich immer öfters in meinem Element bin. Aufatme. Durchatme. Luft bekomme. Eben im Alleinsein.

Genauso gibt es noch andere Eigenschaften und Themen, die unlösbar mit mir verknüpft sind.

Zum Beispiel mein Glaube an Gott und meine Beziehung zu Jesus Christus. Das gehört einfach zu mir. Mein Leben wäre öde und trostlos ohne diese Beziehung zu Gott.

Genauso auch das Thema Multikultur. Meine Frau kommt aus Singapur. Ich habe einige Jahre im Ausland gelebt. Wir sprechen mehrere Sprachen im Haus. Wenn ich mit Menschen anderer Nationalität zusammen bin, dann blühe ich oft auf. Fühle mich wohl.

Ich habe eine ganz individuelle Identität. So bin ich. Und du hast eine andere Identität.

Womit identifizierst du dich?
Was gehört zu dir?
Was kann oder soll auf keinen Fall geändert werden?

Peter Boltersdorf ist hat einige Olympiateams gecoacht und hält Seminare u.a. zu Themen wie Selbstmotivation. Das Fazit einer Rede, die ich von ihm hörte:

„Der Weg zu Leistung und Erfolg ist, mich selbst so gut wie möglich zu kennen und entsprechend meiner Persönlichkeit auszuwählen, zu entscheiden, zu tun.“

Identifiziere dich mit den Wesensmerkmalen, die dich ausmachen und lebe in Übereinstimmung mit deiner Identität – dann bist du in deinem Element.

Und wenn du in deinem Element bist und deine Identität lebst, dann lebst du nicht nur selbst stärker, sondern bist auch noch eine Inspiration für andere.

Du schreibst Geschichte, die andere inspiriert.

Eine Geschichte mit deinem ganz persönlichen TRICK.

T = Tod und triumphales Ende.
R = Rolle, die wir spielen.
I = Identität und deine ganz persönliche DNA.
C =
K =

Und nun kommt das C – unserer Charakter.

Dein Charakter ist das beste Wunder, das andere wundern lässt

Von einem bekannten und verehrten Wunderrabbi ging die Sage aus, dass er jeden Morgen vor dem Frühgebet zum Himmel emporsteige.

Ein Mitnaged, ein Gegner des Rabbis, lachte darüber und legte sich vor Morgengrauen auf die Lauer.

Da sah er: der Rabbi verließ, als ukrainischer Holzknecht verkleidet, sein Haus und ging zum Wald.

Der Mitnaged folgte von weitem.

Er sah den Rabbi ein Bäumchen fällen und in Stücke hacken. Dann lud sich der Rabbi das Holz auf den Rücken und schleppte es zu einer armen, kranken, einsamen Jüdin. Der Mitnaged blickte durch das Fensterchen: Drin kniete der Rabbi am Boden und heizte den Ofen ein.

Als die Leute nachher den Mitnaged fragten, was es mit des Rabbis täglicher Himmelfahrt auf sich habe, sagte er still:

„Er steigt noch höher als zum Himmel.“

Dieser Wunderrabbi hatte Charakter.

Was ist Charakter? Charakter ist mehr als das, was wir einmal tun. Charakter ist auch mehr als das, was wir tun, wenn andere uns beobachten. Lass mich eine persönliche Beschreibung geben:

Charakter ist das, was wir auch dann tun und sind, wenn wir uns unbeobachtet fühlen.

Charakter geht tiefer, ist beständiger und verlässlicher.

Und jetzt kommt das wirklich Wichtige:

Charakter lässt sich ändern!
Entwickeln. Verbessern. Stärken.

UND er ist so ungemein wichtig!

Als Personalentwickler bin ich auch für die Einstellung neuer Mitarbeiter zuständig. Unsere Vorstellungsgespräche dauern bis zu drei Stunden. Wir nehmen uns Zeit, wollen die Personen wirklich kennen lernen und viele Eigenschaften abklopfen, die uns wichtig sind.

Was ist uns wichtig? Unbedingt auch der Charakter. Wir brauchen Mitarbeiter mit Charakter. Mitarbeiter, auf die wir uns verlassen können. Die echt und authentisch sind. Verantwortlich leben. Integrität besitzen.

Der Charakter ist mindestens genauso wichtig wie die beruflichen Kompetenzen.

Wenn du eine starke Persönlichkeit entwickeln willst und eine Inspiration für anderen sein möchtest – dann brauchst du einen starken Charakter. Hier wäre es fatal, wenn du die Einstellung behältst: „Die einen kennen mich, die anderen können mich“. Es wäre tragisch, wenn du sagst: „So bin ich nun mal“. Nein, so bist du nicht. Zumindest musst du so nicht bleiben!

Dein Charakter kann sich ändern.

Der Begriff Charakter bedeutet im Griechischen Werkzeug zum Gravieren; Gravierer; Stempel, Siegel. Laut Bedeutungslexikon ist Charakter das individuelle Gepräge eines Menschen.

Charakter ist also zweierlei: Es ist einmal selbst das Ergebnis einer Gravur, ein Gepräge. Zum anderen funktioniert dieses Gepräge wieder als Stempel, um auch andere damit zu prägen.

Als Illustration vergleichen wir einmal eine 1-Cent Münze mit einer 5-Cent Münze. Beide Münzen sind vom Material nicht sehr unterschiedlich und die 5-Cent Münze ist auch nicht 5x so groß. Der Wert der Münze entsteht allein durch die Prägung auf dem Geldstück. Durch eine andere Prägung ist die 5-Cent Münze 500% wertvoller als die kleinere Münze.

Na, wenn das kein guter Vergleich ist.

Durch einen werte-vollen Charakter bringst du deinem Leben UND vielen anderen Menschen um dich herum einen erheblichen Mehrwert. Diesen Mehrwert schaffst du dadurch, dass du „der Münze eine andere Prägung aufdrückst“.

Denn prägen tun wir nicht nur Münzen und Geldstücke, sondern auch Menschen. Erst mich selbst, dann auch andere.

Wodurch prägen wir uns? Durch Gedanken, Worte und Taten.

Meine erweiterte Definition für Charakter:

Charakter ist das Ergebnis dessen, was ich immer wieder sehe, denke, sage und tue. Mein wiederholtes Sehen, Denken, Reden und Tun prägt meinen Charakter und macht mich zu der Person, die ich bin.

Der römische Kaiser Marc Aurel hat im zweiten Jahrhundert schon darauf hingewiesen:

„So wie die Gedanken sind, ist auch der Charakter, denn die Seele wird von den Gedanken geprägt.“

Mit den Gedanken fängt es an, aber es geht weiter, wie das Sprichwort aus China zeigt:

Achte auf deine Gedanken, denn aus ihnen entstehen Wörter.
Achte auf deine Worte, denn aus ihnen entstehen Taten.
Achte auf deine Taten, denn aus ihnen entwickeln sich Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn daraus entsteht dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er bestimmt dein Schicksal.

Dein Charakter ist ein Ergebnis, ein Resultat.

Ein Ergebnis ist nicht angeboren und wir sind unserem Charakter nicht hilflos ausgeliefert. Wir können uns ändern.

Wie kannst du am besten deinen Charakter entwickeln? Ich persönlich gehe dazu folgende Schritte:

  1. Als erstes mache ich mir ein Bild vom Ergebnis. Wie möchte ich gerne sein? Welche Charaktereigenschaften sind meiner Meinung wertvoll? Diese Charaktereigenschaften habe ich mir aufgeschrieben. Sie mit dem Wort VORBILDHAFTEN Charakter verbunden. Jeder Buchstabe steht dabei für eine Eigenschaft. Das V steht zum Beispiel dafür, dass ich verlässlich bin. Menschen können sich auf mich verlassen. Das ist mir wichtig.
  2. Diese Charaktereigenschaften gehe ich immer wieder gedanklich durch. Durch die Assoziation mit dem Wort VORBILDHAFTEN kann ich mich immer schnell an alle Eigenschaften erinnern und sie ins Gedächtnis rufen. Beim Autofahren, unter der Dusche oder als Art Meditation.
  3. Im Alltag versuche ich nun, so zu denken, zu reden und zu handeln, dass diese Eigenschaften immer stärker werden. Ich präge mich. Ganz bewusst. Und oft eben auch unbewusst. Denn dadurch, dass ich meinem Unterbewusstsein regelmäßig mitteile, in welche Richtung ich mich gerne entwickeln will, passiert etwas. Das Unterbewusstsein fängt an, mein Verhalten zu beeinflussen. Mich zu prägen. Meinen Charakter zu formen.Willst du meine ganze Liste als Inspiration lesen? Dann trag dich einfach in den Verteiler ein und du kannst dir die Liste in der kleinen Online-Bibliothek herunterladen. 🙂

 

Ja, ich will das kostenlose eBook.

 

Wichtig ist natürlich, dass du deine eigene Liste hast.
Dein eigenes Profil prägst.
Und dadurch auch andere Menschen positiv prägst.

Mit dem Charakter kommen wir der Persönlichkeit mit Profil immer näher. Im TRICK haben wir den Tod klar vor Augen, um für das Leben vorbreitet zu sein. Wir kennen unsere Rolle, haben uns mit unserer Identität beschäftigt und nun wollen wir unseren Charakter stetig weiterentwickeln.

Im Podcast habe ich diesen Beitrag gemeinsam mit dem nächsten verarbeitet. Aber weil es doch zwei wichtige und in sich geschlossene Themen sind, geht’s im nächsten Beitrag weiter mit dem dem letzten Buchstaben im TRICK. Mit unserer Kompetenz.

Du willst zu dem Thema Charakter einen Kommentar hinterlassen? Nichts lieber als das. Da sage ich jetzt schon mal herzlich Danke. Denn ehrlich gesagt – dieser Blog lebt nicht nur von meinen Beiträgen, sondern auch von deinen Kommentaren. Von Austausch. Von einem gegenseitigen Lernen.

In diesem Sinne sage ich jetzt schon DANKE für deinen Beitrag.

Was wir vom Eichhörnchen lernen können

Es gibt eine Kombination für Erfolg. Und zwar für einen Erfolg, den wir entspannt, gelassen und gleichzeitig mit Leidenschaft erreichen.

Ohne auszubrennen.

Die Kombination ist:
Reduziere dich auf das, was du
1. können kannst
2. sehr gerne machst
3. einen Mehrwert für andere bringt.

1. Mach, was du gut können kannst.

Denken wir an ein Eichhörnchen.

Es ist noch ganz jung, fast erst geboren.

Sitzt am Waldsee und beobachtet die Enten.

Und es denkt sich: „So entspannt will ich auch später mal auf dem Wasser schwimmen.“

Und so fängt das Eichhörnchen an, das Schwimmen zu lernen. Das Lernen ist anstrengend, macht auch keinen Spaß, und immer wieder trinkt das Eichhörnchen ganz viel Wasser und macht Bekanntschaft mit den Fischen. Aber das Eichhörnchen hat schließlich kluge Bücher gelesen. Ja, in dieser Geschichte kann das Eichörnchen lesen, und das, obwohl es noch so jung ist. In den Büchern hat man immer wieder geschrieben, dass der wichtige Faktor für Erfolg das Dranbleiben ist. Nicht aufgeben. Weiterlernen.

Würde das in diesem Fall Sinn machen?

Natürlich nicht.

Selbstverständlich ist es gehörig wichtig, dass wir an einer Sache dranbleiben. Lernen, bis wir es können. Aber nur dann, wenn wir es auch wirklich können können. Das heißt, wenn wir das Potential dazu haben, es immer besser machen zu können. Und gut darin sein können.

Also wenn wir die potentielle Kompetenz besitzen.

Nun hat das Wort Kompetenz im Lateinischen zwei Bedeutungen. Einmal „Eignung“ und zum anderen „Zusammentreffen“. Im Englischen kommt es aus dem Begriff „compete“, das heißt wettstreiten.

Worauf will ich hinaus?

Wir alle haben bestimmte Fähigkeiten und Begabungen mit auf den Weg bekommen. Diese Fähigkeiten konkurieren miteinander in dem Sinne, dass wir uns immer wieder fragen: „Bin ich gut darin?“

Ja, es gibt bei jedem von uns bestimmte Fähigkeiten, die in diesem Wettstreit definitiv gewinnen. In denen wir besser sind als in anderen Bereichen. Nicht im Vergleich mit anderen Menschen, sondern im Vergleich mit anderen Fähigkeiten.

Wir alle haben Begabungen. Aber unterschiedliche. Um also stark und entspannt zu leben, sollte jeder von uns die Fähigkeiten trainieren, die ihm entsprechen.

Stark und entspannt lebst du oft dadurch, dass du das tust, was du gut kannst. Zumindest in der Zukunft gut kannst, wenn du diese Eigenschaft trainierst.

Denn auch das Eichhörnchen muss erst einmal das Klettern lernen. Aber die Chance, dass es darin richtig gut wird, liegt bei 99,9%. Es wird dem kleinen Geschöpf wesentlich weniger Stress, Schweiß und Selbstzweifel kosten als beim Schwimmen lernen.

Stattdessen wird es einen kleinen Triumph nach dem anderen feiern, weil es immer höher, schneller und weiter klettern kann.

Wie gesagt, das lateinische Wort für „competentia“ heißt Eignung. Wenn ich weiß, dass ich für eine Aufgabe wirklich geeignet bin und es „mein Ding“ ist, dann lebe ich wesentlich stärker und entspannter.

Unsere erste Aufgabe besteht also darin, unsere persönlichen Kompetenzen herauszufinden. Die Dinge, die uns liegen. Mir persönlich haben dabei ein paar gute Persönlichkeitstests geholfen. Gleichzeitig habe ich mich bewusst beobachtet. Andere Menschen gefragt. Und immer mehr entdeckt, was ich gut kann und worin ich auch immer besser werden kann.

Ich merke: Wenn ich diese Dinge tue, dann ist das oft mit Erfolgserlebnissen verbunden. Ich erreiche meine Ziele, die Aufgabe wird gut erledigt, ich bekomme ermutigendes Feedback.

Aber Stop!

Manche dieser Aufgaben machen mir nicht viel Spaß. Ich muss mich trotzdem anstrengen. Ich zahle zwar nicht mit Selbstzweifeln und Stress, aber es kostet mich oft eine gehörige Portion Selbstmotivation, weil ich eigentlich keine Lust dazu habe.

Als Beispiel: Sechs Jahre habe ich im Bereich Marketing gearbeitet. Ich habe nicht immer, aber doch meistens gutes Feedback bekommen. Die Geschäftsleitung war zufrieden. Ich konnte viele der Aufgaben erledigen, neue Projekte starten, die Marketingabteilung aufbauen. Aber es war nicht wirklich „mein Ding“. Es hat mich weitaus mehr Kraft gekostet als das, was ich heute beruflich als Personalentwickler mache.

Grund dafür ist das zweite Element für eine erfolgreiche Kombination:

2. Tue das, was du gerne machst.

Noch mal kurz zur Erinnerung: Es gibt Dinge, die wir nicht gut hinbekommen. Und wir werden auch nie gut darin werden. Das Eichörnchen wird nie wie eine Ente auf dem Wasser schwimmen können. Bei mir sind es zum Beispiel handwerkliche Berufe. Oder technische Lösungen finden.

Je schneller ich meine Unfähigkeiten akzeptiere, desto besser. Denn dann erspare ich mir und anderen eine Menge Zeit, Ärger, Frust und Geld.

Dann gibt Tätigkeiten, die wir ausüben können. Ja, wir haben das Zeug dazu. Aber sie machen uns keinen großen Spaß. Wir müssen uns dazu aufraffen, kommen selten in den Flow. Bei mir sind es zum Beispiel Aufgaben im Marketing-Bereich. Oder die Küche effizient putzen. Das kann ich. Aber es gehört definitiv nicht zu den Tätigkeiten, für die ich voller Vorfreude aus dem Bett springen würde.

Und dann gibt es noch die Dinge, für die wir die Fähigkeiten besitzen UND die wir richtig gerne tun. Hier muss man uns kaum motivieren. Das würden wir auch ohne Geld tun. Freiwillig. Weil es uns so viel Freude breitet. Spaß bringt. Das Leben bereichert.

Bei mir ist es z.B. Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Gemeinsam zu kuscheln, mich von meiner Tochter in Rommykup schlagen zu lassen oder einen gemeinsamen Ausflug zu machen. DAS befriedigt mich enorm.

Aber noch etwas tue ich mit Leidenschaft: Menschen inspirieren.

Ich schreibe diese Zeilen zum Beispiel gerade im Urlaub. Die Sonne scheint, ich sitze auf der Terrasse und haue diese Zeilen in mein Smartphone. Es macht mir Spaß. Befriedigt mich.

Genauso gerne lese ich auch Bücher, die mich in meiner Persönlichkeit weiterbringen und mich darin inspirieren, das Miteinander mit anderen Menschen zu verbessern. Und meine Beziehung zu Gott vertrauter zu machen.

Ich könnte den ganzen Tag solche Bücher lesen, darüber nachdenken und dann das Essentielle aus dem gelesenen an andere weitergeben. Per Blog. Oder noch lieber live in einem Vortrag.

Oh ja, das weckt in mir Leidenschaft. Das befriedigt mich.

Allerdings gibt es zwischen den beiden Tätigkeiten (Zeit mit der Familie verbringen oder Buch lesen und Impulse weitergeben) einen großen Unterschied.

Die erste macht unsere Privatleben reicher. Die zweite bereichert auch andere Menschen. Sie bringt einen Mehrwert für andere.

Das wiederum bedeutet, dass sich die Tätigkeit montearisieren lässt.

Und somit kommen wir zum Königsweg:

3. Tue beruflich das, was du gut kannst, was du gerne tust UND was auch einen Mehrwert für deinen Chef, den Markt, deine Mitmenschen hat.

Im Rahmen der Personalentwicklung erarbeiten wir gerade einige konkrete Arbeitsplatzbeschreibungen für Mitarbeiter.

Dabei wird mir immer klarer: Die beste Arbeitsbeschreibung ist diejenige, die am klarsten auf deine Persönlichkeit und deine Kompetenzen zugeschnitten ist. Du lieferst dadurch aufgrund deiner Kompetenzen die besten Ergebnisse, bringst den größten Mehrwert UND hast auch noch Freude in dem, was du tust.

Deine Arbeitsbeschreibung hat einen enormen Einfluss darauf, wie gestresst oder gelassen du und alle anderen sind, die mit dir zusammenarbeiten. Sie beeinflusst deinen beruflichen Frustlevel, deine Anzahl an Erfolgserlebnissen bis hin zu deinem Bankkonto.

Deshalb überlege einfach mal konkret, welche Fähigkeiten du hast und sehr gerne im Beruf oder auch in einem anderen Umfeld vermehrt einsetzen willst.

Vielleicht gibt es einen Bereich, den du stärker ausbauen willst? Eine Fähigkeit, die du noch besser können könntest, an der du auch noch eine Menge Freude hast und deshalb weiter trainieren willst. Zum Beispiel durch eine Weiterbildung. Einen Kurs. Ein paar guter Bücher. Coaching.

Denn je mehr du die Dinge tust, die du gut kannst, sehr gerne machst und die anderen hilft, desto wertvoller wirst du für andere.

Vielleicht denkst du jetzt, das ist doch alles ein alter Hut. Klar wäre es schön, wenn du das tun könntest, was dir Spaß macht, du gut kannst und auch noch vom Chef, den Kunden oder dem Markt generell gebraucht wird, nicht wahr?

„Ein alter Hut, aber ich kann ihn trotzdem nicht tragen. Er passt mir nicht“, sagst du dir vielleicht.

„Denn ich kann doch nicht einfach meine Arbeit wechseln oder mir eine neue Arbeitsbeschreibung erarbeiten, oder?“

Das ist eine gute Frage.

Denn deine Arbeit spielt eine große Rolle in deiner Geschichte. Du verbringst viele Stunden damit. Egal, ob als Angestellte, Hausfrau oder Selbstständiger.

Deshalb ist diese Frage enorm wichtig, und ich bin froh dass du sie stellst.

Nun, wenn du beim Lesen feststellst, dass du generell überhaupt keine Freude an dem hast, was du tust, dann solltest du auf jeden Fall überlegen, was sich ändern lässt.

Und es lässt sich oft mehr ändern, als wir uns bewusst machen. Hier zu tief einzusteigen, würde sicher den Rahmen sprengen, aber ich will dir gerne drei Tipps mitgeben:

1. Freu dich an dem HEUTE, so gut es geht.

Das Beste, das du dir und anderen antun kannst ist, in der jetzigen Situation so viel Zufriedenheit wie möglich zu erlangen. Ich meine nicht unbedingt, mit der Situation, sondern in der Situation. Vielleicht macht die Arbeit selbst nicht viel Spaß oder du fühlst dich unfähig, aber es gibt eine Menge anderer Gründe, warum du Luftsprünge machen kannst.
Das Geld, das du verdienst.
Die Kollegen, mit denen du zusammenarbeitest.
Die Erfahrungen, die du machst.
Das, was du in deiner Freizeit tust.

Es gab mehrere Phasen in meiner Laufbahn, da habe ich die Arbeit wirklich nicht gerne gemacht. Ich wäre am liebsten morgens liegengeblieben und hätte den Job geschmissen. Aber ich bin drangeblieben und hab mir grade in solchen Zeiten bewusst gesagt, wofür ich dankbar bin und was gut an dem Job ist.

Und neben dem Job.

Trotz des Jobs.

Es geht nicht darum, dass wir uns unsere Geschichte schöner reden als sie ist. Aber dass wir das Schöne in der Geschichte sehen.

Diese bewusst positive Einstellung hat meinen Frustlevel immer wieder nach unten gedrückt und meine Stimmung nach oben gezogen.

Wir können nicht immer alles gleich ändern. Und wir können auch nicht immer nur das tun, was uns Spaß macht. Aber wir können uns IMMER dafür entscheiden, wie wir mit der Situation umgehen und auf die Umstände reagieren.

Es sind oft gerade diese Trockenzeiten, in denen wir die Chance haben, unseren Charakter zu stärken und unsere Persönlichkeit zu entwickeln.

2. Organisiere dich mittelfristig so, dass deine Arbeit mehr deinen Kompetenzen entspricht.

Es gibt eine Sache, mit der du deinen Chef innerlich jubeln lässt. Zumindest, wenn er ein kluger Arbeitgeber ist.

Und zwar, wenn du mitdenkst.

Wenn du konstruktiv überlegst,

  • wie du für das Unternehmen den besten Mehrwert liefern kannst.
  • mit welchen deiner Fähigkeiten du für alle den größten Nutzen erzielst,
  • welche Aufgaben dich zu sehr stressen und deine Produktivität negativ beeinflussen,
  • wie deine Arbeitsplatzbeschreibung am besten umgeschrieben werden könnte, um den größten Nutzen für alle zu erzielen.

Ja, ein kluger Chef IST bereit, über Veränderungen nachzudenken.

Und er ist froh, wenn du den ersten Schritt machst und ihm konstruktive Ideen bringst.

Es lohnt sich, das Gespräch zu suchen.

Vielleicht ist es in deiner Situation auch nicht der Chef, mit dem du das Gespräch suchen solltest, sondern dein Ehepartner.
Die Leitung deiner Kirchengemeinde?
Das Team, das du seit Jahren leitest?

Es lohnt sich, das Gespräch zu suchen.

3. Arbeite langfristig darauf hin, dass du immer mehr das tust, was „dein Ding“ ist.

Wenn wir das tun, was uns mit Leidenschaft erfüllt, dann werden wir wirklich reich. Vielleicht nicht immer in monetärer Form. (Geld ist sowieso nicht der echte Reichtum, sondern viel mehr das, was wir nicht mit Geld kaufen können.)

Auf jeden Fall erlangen wir dadurch mehr Erfüllung, mehr Gelassenheit, mehr Lebensqualität.

„Ja klasse,“ denkst du jetzt,“ dafür reicht es aber nicht, wenn ich ein paar Dinge an meiner Arbeitsbeschreibung ändere. Dann muss ich etwas komplett anderes tun.“

Ist das so bei dir?

Wenn ja, warum machst du es dann nicht?

Ich verstehe, dass es nicht immer so einfach ist.

Und nicht von heute auf morgen machbar.

Aber du kannst darauf hinarbeiten. Lass mich hier eine Möglichkeit zeigen:

Während du in deinem Beruf ein finanziell stabiles Standbein hast, kannst du mit dem anderen Bein spielen. Es stärker machen und vorbereiten, damit du irgendwann komplett vom einen Bein auf das andere wechseln kannst.

Schrittweise und relativ risikofrei.

 

3 Möglichkeiten, wie du dein Spielbein zum beruflichen Standbein machst.

1. Innerhalb der Firma kannst du darauf hinarbeiten, in Zukunft eine völlig andere Stelle zu besetzen.

Ich habe zum Beispiel die ersten Jahre im Marketing gearbeitet. Heute bin ich in derselben Firma für die Personalentwicklung verantwortlich.

Dies kam nicht von heute auf morgen, sondern in mehreren Schritten. Durch kleinere Aktionen und Aufgaben im Personalbereich habe ich „mich ausprobiert“ und gleichzeitig auch der Geschäftsleitung gezeigt, dass dies meinen Kompetenzen entspricht.

Genauso kannst auch du überlegen, ob es in deinem Arbeitsumfeld Aufgaben gibt, die deinen Kompetenzen und deiner Leidenschaft entspricht.

2. Du kannst dich neben der Arbeit weiterbilden.

Es gibt doch nichts Schöneres, als sich weiterzubilden, oder? Nein wirklich, das kann richtig viel Spaß machen.

Bei kleinen Kindern kann man am besten beobachten, wieviel Freude es bereiten kann, wenn sie spielerisch die Welt entdecken. Und dadurch immer mehr dazulernen.

Und sie können dadurch immer größere Aufgaben übernehmen.

Irgendwann – warum auch immer – haben die meisten dann mit dem Lernen aufgehört. Vielleicht, weil uns die Freude am Lernen in der Schule verlorgen gegangen ist?

Auf jeden Fall ist es tragisch. Denn unser Leben kann eine Menge an Lebensqualität gewinnen, wenn wir das Lernen wieder entdecken.

Schon allein um des Lernens willen. Aber eben auch, um uns dadurch in Zukunft wesentlich mehr Türen aufschließen zu können.

Für mich ist es deshalb zu einer guten Gewohnheit geworden, dass ich mich regelmäßig weiterbilde. Durch Tages- oder Wochenendseminare. Online-Kurse. Sachbücher. Und bei Autofahrten höre ich fast immer Podcasts.

Durch dieses Weiterbilden reichere ich mein eignes Portfolio immer mehr an. Und zwar mit den Dingen, die meiner Leidenschaft entspricht.

3. Werde zum Sidepreneuer.

Ja ja, immer dieses Anglizismen. Die sind für mich eigentlich ein No-go. 🙂 Aber manchmal kann man eine Sache damit einfach am besten beschreiben, ohne einen ganzen Aufsatz zu verfassen.

Das Wort setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Side = Neben, nebenbei. Preneur kommt von Enterpreneuer = Unternehmer. Ein Sidepreneur hat also eine feste Anstellung, aber er unternimmt nebenbei noch etwas anderes. Und zwar etwas, das er kompetent und mit Leidenschaft tut UND gleichzeitig monetarisieren kann, also mit finanziellen Gewinn macht.

Den Podcast und Blog auf www.inspiriere.de betreibe ich zum Beispiel als Sidepreneur. Genauso auch meine Rednertätigkeit und die Seminare, die ich anbiete.

Ich glaube, dass es fast kein Thema gibt, das du nicht als Sidepreneur aufgreifen kannst. Egal, was du gerne machst und was deiner Leidenschaft entspricht. Es gibt sicher immer eine Möglichkeit, dies neben deinem Beruf gewinnbringend zu nutzen.

Bist du interessiert?

Dann recherchiere doch einfach mal nach Begriffen wie Sidepreneur, Online Marketing, Solopreneur. Oder du schreibst mir eine eMail an johannes@inspiriere.de.

Und übrigens – am meisten Lernen wir dadurch, dass wir etwas TUN und das Gelernte an andere weitergeben.

Schon allein dafür lohnt es sich, wenn du deine Fähigkeiten zum Wohl anderer einsetzt.

Bereit zum Springen?

Zur Erinnerung. Du liest hier einen Blog auf www.inspiriere.de

Inspirieren bedeutet, schöpferische Impulse weiterzugeben.

Was ich hier schreibe, hat auf keinen Fall den Anspruch der Vollständigkeit. Es ist auch keine Checkliste zum Abarbeiten. Oder eine Blaupause zum Kopieren.

Du liest hier Impulse, die dir eine Starthilfe geben, um selbst schöpferisch tätig zu werden. Um deine eigene Geschichte nun ganz individuell weiterzuschreiben.

Meine Impulse verstehe ich wie ein Sprungbrett im Schwimmbad. Mit diesen Impulsen kannst du ins Wasser deiner eigenen Gedanken und Ideen springen und dich dort aufhalten, wo du in „deinem Element bist“.

Vielleicht hat dich nur ein Satz angesprochen? Eine Idee? Ein Beispiel? Dann gehe am besten noch mal zu diesem Gedanken zurück, springe ein paar mal drauf rum und tauche dann weiter in deine eigenen Gedanken ein.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten Sprung.

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