Wie du 2017 brennst statt ausbrennst

10: Brennen statt ausbrennen.

Weißt du noch? Letztes Jahr? Tatsächlich, wir haben bereits 2017.

Und auch im neuen Jahr wollen wir brennen statt ausbrennen. Die Geschichte mitschreiben, statt aus ihr aussteigen.

Und weil dieses Thema so wichtig ist, geht es auch in diesem Beitrag in dieselbe Richtung.

Denn wir wollen schließlich weiterkommen. Das Ziel erreichen statt auf der Strecke bleiben. Auch am Ende noch genügend Energie zur Verfügung haben, anstatt ausgelaugt am Rande zu liegen.

Deshalb will ich dir hier vier Möglichkeiten mitgeben, wie du deinen Energieverbrauch senkst und den gefürchteten Burnout vermeidest.

Vier Möglichkeiten, wie ich meine kleinen Ausgaben streiche und weiter brenne statt ausbrenne

Zur Erinnerung: Finanziell sind es oft die vielen kleinen Ausgaben, die uns das Genick brechen können. Wir stehen am Ende einfach nur erschrocken da und sind sprachlos, zu was für einer Summe sich die kleinen Ausgaben summiert haben. Genauso eben auch bei unserem Energiehaushalt. Auch hier gibt es so viele kleine Ausgaben, die unseren inneren Tank immer leerer saugen wollen. Bis wir am Ende kaputt und nur noch genervt sind.

Damit das nicht passiert, können wir uns die vier wichtigen W-Fragen stellen:

1. Was lasse ich weg?
2. Wie tue ich etwas?
3. Wo mache ich es?
4. Mit wem?

1. Was lasse ich weg, um einen Burnout zu vermeiden? Ich streiche Dinge, die mir nur Energie rauben.

In meinem Vortrag zu diesem Thema zeige ich an dieser Stelle das Bild von einem Kettenkarussell. Unsere Jüngste jagt auf dem Bild gerade im Kreis und lässt sich den Wind durch die Haare wehen. Sie hat richtig Spaß. Ich dagegen bekomme schon beim Hinschauen ein flaues Gefühl im Magen. Mir würde es definitiv keinen Spaß machen. Hätte nur Stress.

Nun, genau solche Karussell-Tätigkeiten will ich vermeiden. Ich gebe zu, dieses Wort habe ich mir selbst ausgedacht. Aber es passt so gut. Denn auf dem Karussell sitze ich immer dann (metaphorisch natürlich), wenn ich mich bei einer Tätigkeit irgendwie im Kreis bewege. Ich bin aktiv, verbrauche Energie, aber ich komme nicht weiter. Wenn ich dabei wenigstens noch Freude hätte, dann würde es wieder einen Sinn machen. Ja, dann wäre es vielleicht sogar eine Tankstelle. Aber hier spreche ich von Dingen, die keine Glücksgefühle in mir auslösen.

Wenn du z.B. ein Perfektionist bist, dann verstehst du sicher, was ich meine. Da arbeitest du an einer Sache und kommst gut voran. Das Projekt ist zu 80% im Kasten. Es sieht gut aus und ist im Grunde schon fertig. Aber eben noch nicht perfekt. Und so fängst du an zu feilen. Hier eine Änderung, dort noch mal etwas verbessern. Und schon fängt das Karussell an, sich zu drehen. Die Energie, Zeit und Kraft, die du jetzt noch investierst, ist im Vergleich zum Ergebnis in keiner Weise gerechtfertigt.

Nun weiß ich nicht, in welche Bücher du dich sonst noch vertiefst. Falls du das folgende Prinzip also schon zum 12ten Mal liest, dann sieh es einfach als Erinnerung.

Und zwar geht es um das Pareto-Prinzip. Es ist fast schon eine Gesetzmäßigkeit. Wie das Gesetz der Erdanziehungskraft. So läuft es nun mal. Egal, ob wir daran glauben oder nicht.

Und zwar besagt dieses Gesetz, dass wir mit 20% unseres Einsatzes 80% des Ergebnisses erreichen. Diese 20/80 Werte sind natürlich nur ungefähre Kennzahlen. Es kann auch schon mal 25/75 oder 17/83 sein. Als Beispiel: In unserer Firma machen wir mit ca. 20% unserer Kunden 80% unseres gesamten Umsatzes. Und auch mit den 20% all unserer Sturmklammern machen wir 80% des Umsatzes.

Dieses Prinzip kannst du auf Vieles anwenden. Mit 20% der Zeit erreicht ein Projektteam 80% der Ergebnisse. Für die anderen 20% der Ergebnisse müssen sie die restlichen 80% der Zeit investieren. Wenn sie denn 100% erreichen wollen. Ist das nicht enorm? Denn das bedeutet, dass du die Wahl hast.

Machen wir ein kleines Rechenbeispiel.
Du kannst entweder ein Projekt zu 100% aufsetzen. Oder in derselben Zeit fünf Projekte zu je 80% fertigstellen. Fünf mal so viele Projekte! Viermal so viel Ergebnis. Denn statt 100% kannst du mit demselben Einsatz 5 x 80 =400% erreichen.

Willst du dich trotzdem lieber noch für die 100% entscheiden? Dann lass uns noch mal kurz gedanklich auf’s Karussell springen. In der Praxis sind 80% schon mal sehr gut. Das Projekt ist soweit fertig. Es reicht völlig aus. Wenn du also jetzt noch den 100%-Level erreichen willst, dann beginnst du meistens, dich im Kreis zu drehen. Du willst 100 erreichen, aber kommst nur sehr langsam voran. Wesentlich langsamer als vorher. Und das lohnt sich wirklich nur in Ausnahmefällen. Denn seien wir doch ehrlich: 100% schaffen wir nie. In der Regeln kämpfen wir uns dann auf 87% hoch. Mit noch mehr Einsatz schaffen wir es auch auf 93%. Aber 100%! Fast unmöglich. Und auch unnötig. Denn in den meisten Fällen sind 80% schon völlig ausreichend.

Ich will ehrlich sein. So sehr ich das echte Karussell nicht mag, desto lieber sitze ich leider auf dem Metapher-Karussell. Manchmal kann ich mich einfach nicht davon losreißen. Man könnte doch noch so Vieles besser machen. Ich kann gar nicht sagen, wieviel Zeit und Energie ich schon verbraucht habe, weil ich auf diesem dummen Karussell gesessen habe. Hier noch die Webseite verschönern. Dort die PowerPoint-Folie zu vierten Mal verbessern.

Wenn du also auch ein Freund vom Karussellfahren bist, dann lass uns beide feste vornehmen:

Abspringen und etwas anderes machen.

Etwas tun, das uns weiterbringt und nicht so viel Energie kostet.

2. Wie tue ich etwas? Ich tue die Dinge brav nacheinander.

Man sagt ja, dass Männer nicht multitasken können. So ein Quatsch. Gestern erst, da habe ich drei Dinge gleichzeitig vergessen.

Nein, mal ehrlich. Multitasking ist nicht nur für Männer schwierig, es ist überhaupt nicht möglich. Weder für Frauen noch für Männer. Zumindest können wir nie zwei Dinge gleichzeitig tun, bei denen unser Bewusstsein gefordert ist. Zum Beispiel Unterhalten und Nachrichten hören. Nach Außen hin kann das zwar so scheinen. Aber im Grunde findet hier ein ständiger Wechsel statt. Unterhalten – Nachrichten – Unterhalten – Nachrichten – Nachrichten, Nachrichten, – Tür schlagen, weil der andere sich davon gemacht hat. Du hast nicht richtig zugehört.

Wenn man sich die Gehirnaktivitäten genau anschaut, dann stellt man eben fest, dass sich das Gehirn immer nur auf eine aktive Aufgabe konzentrieren kann. Nie auf zwei gleichzeitig. Es sei denn, das Unterbewusstsein kann eine der beiden Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel Autofahren. Oder die Spülmaschine ausräumen. Das machen wir ganz automatisch und wir können gleichzeitig auch noch der Frau zuhören oder von der Arbeit erzählen. Zuhören UND Erzählen geht dagegen zeitgleich aber nicht. Zumindest nur mit Verlusten. Denn unser Gehirn wechselt ständig zwischen Zuhören und selbst Reden. Und dieser ständige Wechsel ist erstmal sehr anstrengend. Aber auch kontraproduktiv. Denn ich höre dann nur die Hälfte von dem, was der andere sagt. Und meine Sätze haben irgendwelche Lücken oder sind nicht ganz durchdacht, weil ich immer wieder aktiv zuhören musste.

Durch diese ständigen Wechsel verlieren wir oft mehr als 30% der gewünschten Ergebnisse. Und das gilt eben auch bei größeren Aufgabenblöcken, die ich „gleichzeitig“ erledigen will.

Man hat an der Londoner Universität eine Untersuchung durchgeführt.

Eine Gruppe von Personen sollte einige Aufgaben nacheinander abarbeiten.
Eine zweite Gruppe bekam die gleichen Aufgaben, aber die Personen wurden zwischendurch auch immer wieder gestört und sollten andere Aufgaben nebenbei erledigen, also vermeintlich multitasking arbeiten.
Eine dritte Gruppe sollte die Aufgaben wie auch die erste (also nacheinander) abarbeiten, aber ihnen wurde Marihuana verabreicht.

Natürlich brachte die erste Gruppe die besten Ergebnisse. Die Personen hatten keine Ablenkungen, keine Drogen, und sie konnten alles schön der Reihe nach erledigen. Erstaunlich war aber, dass die abgelenkten, drogenfreien Personen weitaus schlechtere Ergebnisse lieferte als diejenigen, die bedröhnt arbeiteten. Das Fazit: Multitasking ist schlechter als Marihuana! Na sowas!

Bitte verstehe mich nicht falsch. Marihuana ist definitiv nicht gut für uns! Es hat einen hohen Suchtfaktor und sollte wirklich vermieden werden. Aber Multitasking eben auch. Denn auch das angebliche Multitasking (was es ja im Grunde nicht gibt, wie wir gesehen haben) hat einen Suchtfaktor. Denn wir lieben die Ablenkung. Sie macht uns regelrecht süchtig. Bei vielen Ablenkungen wird Dopamin oder andere Glückshormone in unserem Körper freigesetzt. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich fühle mich oft gut, wenn die Bürotür aufgeht und jemand etwas von mir will. Schon allein, weil ich ein neugieriger Mensch bin und ich wissen will, was die Person will. Und dann noch das Gefühl, gefragt zu sein. Man will etwas von mir. Ich werde gebraucht. Was für ein Gefühl!

Aber auch wenn ich ganz alleine in meinem Homeoffice arbeite, liebe ich die Ablenkung. Hier schnell mal eine E-Mail öffnen. Dort eine Webseite besuchen. Und wenn ich dann mal eine halbe Stunde an einer Sache gearbeitet habe, dann macht sich langsam das Verlangen breit, jetzt eeeendlich mal etwas anderes zu tun. Ja wirklich, wir leben in einer Zeit der ständigen Ablenkungen. Unser Geist hat sich so an Ablenkungen gewöhnt, dass es uns oft sehr schwerfällt an einer Sache dranzubleiben.

Aber gerade diese ablenkungsfreien Zeiten sind die besten.

Die effektivsten Phasen sind, wenn ich mich wie eine Briefmarke verhalte: Mich an eine Sache heften und kleben bleiben, bis das Ziel erreicht ist.

Dieses Ziel muss ja nicht weit in der Ferne liegen. Aber eben doch etwas weiter als nur bis zur nächsten Ablenkung. Wenn ich in den letzten Jahren etwas über effektives Arbeiten und Selbstmanagement gelernt habe, dann ist es folgendes: Dinge der Reihe nach in größeren Blöcken abarbeiten! Ein Projekt nach dem anderen. Je weniger Projekte ich an einem Tag (oder in einem Monat) bearbeite, desto effektiver bin ich in denen, die ich angehe.

Manchmal sitze ich den ganzen Tag nur an einem Thema, zum Beispiel ein Seminar vorbereiten. An solchen Tagen fühle ich mich am Abend richtig gut. Weil ich das Gefühl habe, wirklich etwas geschafft zu haben. Dann gibt es aber auch wieder Tage, an denen ich an mehreren Projekten arbeite, dafür aber eben immer nur für relativ kurze Zeit. Dazu kommen noch die vielen kleinen Aufgaben, die erledigt werden wollen. Am Ende solcher Tage beklemmt mich oft das Gefühl, irgendwie gar nichts geschafft zu haben. Kennst du das auch?

Ganz klar – weder in der Freizeit noch im Beruf können wir den ganzen Tag störungsfrei arbeiten und uns nur auf größere Projekte konzentrieren. Die Taktung der ständigen Wechsel ist bei jedem anders. Aber ich glaube, dass du und ich zumindest in manchen Bereichen unsere Arbeitsweise verbessern können. Und mit verbessern meine ich hier, dass wir unsere Aufgaben und Projekte in eine sinnvolle Reihenfolge packen und dann wirklich nacheinander abarbeiten. Zumindest in längeren Blöcken als bisher.

Je besser wir dies hinbekommen, desto mehr Energie sparen wir. Und wenn ich jetzt an einige Männer in meinem Bekanntenkreis denke, dann kann das zu einem richtigen Sport werden. Mein Vater hat zum Beispiel bei seinem neuen Auto schon herausgefunden, wie schnell er genau fahren muss, um den geringsten Energieverbrauch zu haben. DAS löst bei ihm Dopamin aus. Genauso können wir es auch zum Spiel machen, unsere Aufgaben mit dem geringsten Energieverbrauch wie möglich zu erledigen.

Immer das tun, was uns auch weiterbringt. Bis 80% erreicht sind. Und dann das nächste Projekt. Und immer schön der Reihe nach.

 

3. Wo mache ich es? Ich arbeite dort, wo es am günstigsten ist.

Ganz klar – wir alle müssen Aufgaben erledigen, die uns keinen Spaß machen und uns Energie ziehen. Aber wir tun es, weil es sich lohnt und sie getan werden müssen. Trotzdem können wir auch bei diesen Aufgaben den Energieverbrauch senken, indem wir uns den besten Arbeitsplatz suchen.

Es gibt nämlich Orte, die teuer sind.

Und Ort, die günstiger sind.

Was meine ich damit? An manchen Orten bezahle ich mit viel Energie, und an anderen spare ich eine Menge Energie ein. Wenn du jetzt als Angestellter deinen festen Platz hast, kann dieser Abschnitt trotzdem noch hilfreich sein. Denn auch privat musst du immer wieder etwas erledigen, E-Mails schreiben, Schriftstücke lesen, was auch immer. Aber auch auf deiner Arbeitsstelle gibt es eventuell Möglichkeiten, dass du manche Arbeiten woanders erledigst. Orte, an denen du entspannter arbeiten kannst.

Denn viele Aufgaben kannst du von anderen Orten aus erledigen. Ortsunabhängiges Arbeiten ist ein ganz spannendes Thema. Viele gehen soweit, dass sie viele Monate des Jahres (oder komplett) in Asien oder an einem anderen schönen Ort verbringen, um von dort zu arbeiten. Digitale Nomaden nennen sie sich. Aber auch du kannst dich von Orten unabhängiger machen, um dadurch viel Energie einzusparen. Und deine Geschichte dadurch auch noch mehr genießen.

Stell dir vor, du musst deine Steuererklärung fertigstellen. Wirklich keine Sache, die man gerne macht, oder? Aber stell dir vor, du würdest diese irgendwo am Strand unter Palmen erledigen. Du bist alleine, hörst die Wellen rauschen, genießt die Seeluft in deinen Lungen und die Wärme auf deinem Körper. Während du dabei eine kalte, erfrischende Apfelschorle schlürfst, machst du deine Steuererklärung. Du verknüpfst das Unangenehme mit etwas Angenehmen. Du machst eine unschöne Arbeit an einem schönen Ort. Dieselbe Tätigkeit raubt dir wesentlich weniger Energie. Weil du sie am Strand machst.

Das natürlich nur als Beispiel. Du sollst jetzt nicht für eine zweistündige Aufgaben in einen Flieger steigen und eine Menge Geld bezahlen. Aber auch in deinem Umfeld gibt es eine Menge schöner Orte, an denen es sich besser arbeiten lässt, oder?

Diesen Text schreibe ich zum Beispiel gerade in der Bibliothek der Universität. Für ein paar Stunden habe ich mich hier zurückgezogen und genieße die Ruhe. Und die Atmosphäre. Viele junge Leute sitzen vor ihren Laptops und arbeiten fleißig. Um mich herum endlos viele Bücher. Ja, hier bin ich gerne. Das Schreiben kostet mich hier wesentlich weniger Energie, als wenn ich zuhause in meinem Büro schreiben würde. Obwohl ich auch dort gerne arbeite. Aber ich liebe eben auch die Abwechslung.

Es gibt auch noch andere Orte, an denen ich gerne meine Aufgaben erledige. In Starbucks, mit einem Decaf-Cappuccino mit Sojamilch. Herrlich. Oder ich sitze auch schon mal mit meinem Anglerstuhl am Rhein. Manchmal verziehe mich in die städtische Bücherei. Meinen letzten Podcast habe ich im Auto aufgenommen, mit Blick auf den Rhein.

Es gibt so viele Orte, an denen es sich gut arbeiten lässt und an denen wir weniger Energie verbrauchen, weil die Umgebung einfach schöner ist.

Wer weiß – vielleicht treffen wir uns ja demnächst in einem Café und helfen uns gegenseitig bei unserer Steuererklärung.

 

4. Mit wem? Nicht mit den Saugern, denn die vermeide ich. 

„Das war ein gutes Gespräch. Mit dir kann man sich soo gut unterhalten“.

So oder ähnlich hat sich schon so mancher von mir verabschiedet. Und während er entspannt des Weges ging, fiel ich erschöpft in das Sofa und musste mich erst mal erholen. Kennst du auch solche Situationen? Dass du mit Menschen zusammen bist, die völlig auf sich fixiert sind? Sie reden am liebsten über sich. Über ihre Situation, ihre Siege. Oder über die Fehler, die sie in anderen entdecken. Dabei zeigen sie kein bisschen Interesse an dem, was du denkst oder erlebst. Oder wie es dir geht. Stattdessen saugen sie deine ganzen Kraftreserven aus dir heraus.

Sie nutzen uns, als wären wir eine Dose Redbull. Saugen alle Energie aus uns heraus, damit sie anschließend weiterfliegen können. Wegen diesen Personen ist unser Sofa so durchgescheuert. Weil wir uns anschließend kaputt und ausgenutzt darauf wälzen müssen. Wenn wir mit diesen Personen reden oder gar zusammenarbeiten, dann fühlen wir uns anschließend leerer. Wir haben Energie verloren.

Natürlich sind nicht alle Menschen so. Aber doch ist die Chance sehr hoch, dass du mit ihnen in Kontakt kommst. So wie ich zum Beispiel mit Michael. (Name geändert).

Michael geht es gut. Er hat alles, was ein Mann sich wünscht. Ist beruflich erfolgreich und sieht auch noch gut aus.

Und so freute ich mich natürlich, dass er den Kontakt zu mir suchte und sich mit mir treffen wollte.

„Vielleicht will er etwas berufliches mit mir besprechen oder hat ein spannendes Projekt, in das er mich einbeziehen will?“, dachte ich mir.

Also trafen wir uns zum Essen in einem schicken Restaurant.

Nach einer Runde Smalltalk fiel mir langsam auf, dass es irgendwie immer nur um ihn ging. „Aber gut, wahrscheinlich kommen wir gleich auf den Punkt und dann weiß ich, warum wir hier bei einem leckeren Essen sitzen,“ dachte ich mir.

Zwischendurch versuchte ich, das Gespräch auf tiefere Themen zu lenken. Oder persönliches von ihm und seiner Familie zu erfahren.

Aber jeder Versuch endete darin, dass Michael wieder über seine Lieblingsthemen redete. Und diese Themen hatten nicht viel mit ihm als Person oder gar mit seiner Familie zu tun. Nichts persönliches.

Immer mehr merkte ich: Er war nicht im geringsten an mir oder meiner Sichtweise interessiert. Auch hatte er kein Anliegen. Wollte kein Problem besprechen oder ein Projekt vorschlagen.

Er genoss einfach nur die Zeit mit mir.

Als wir uns dann einige Stunden später verabschiedeten, war ich fix und fertig. All meine Energie sprühte nun in Michael.

Und ich lag kaputt auf der Couch.

Michael ist für mich ein Beispiel von Mensch, den ich gerne meide. Manchmal dauert es etwas, um diesen Typ oder die Art der Beziehung herauszufinden. Aber sobald ich das merke, meide ich solche Beziehungen. Denn sie ziehen mir nur Energie. Und diese benötige ich für wichtigere Dinge.

Aber Vorsicht. Ich meine damit nicht Menschen, die in Not sind. Bekannte oder Nachbarn, die ein offenes Ohr brauchen und ihr Problem mit jemanden durchkauen wollen, weil sie nicht weiterwissen. Oder die dich aufsuchen, weil sie sich gerade so einsam fühlen. Das ist ein völlig anderes Thema. Wenn wir uns von solchen Personen „aussaugen“ lassen, dann fühlen wir uns anschließend vielleicht kaputt, aber auf wunderbare Weise auch reicher. Wir haben etwas abgegeben und sind doch beschenkt worden.

Nein, bei den Saugern in diesem Artikel geht mir um Menschen, die eigentlich alles haben. Außer vielleicht Fehler oder Probleme. Wie bei Michael. Er hatte keine Probleme. Oder Fehler. Zumindest wollte er den Anschein erwecken, er habe sie nicht.

Michael hätte sich gerne wieder mit mir getroffen. Aber das wäre nicht gut für mein Sofa gewesen. Deshalb habe ich die Versuche mit einem freundliches Nein abgeblockt. Denn ich wusste, dass dieses kurz gesagte NEIN (so schwer es auch fällt) nicht so schmerzhaft ist wie der langfristige Schmerz, einen ganzen Abend vergeudet zu haben.

Was will ich also mit diesem letzten Abschnitt sagen? Überlege bewusst, mit wem du deine Zeit verbringst. Mit wem du zusammenarbeitest. Manchmal können wir es nicht beeinflussen. Aber oft können wir doch mehr steuern als wir meinen.

Es gibt noch so viele Möglichkeiten der Energieeinsparung, damit wir weiter brennen und mit Leuchtkraft nach vorne gehen. Statt auszubrennen.

Aber diese vier Fragen helfen schon mal, oder?!

1. Was lasse ich weg?
2. Wie tue ich etwas?
3. Wo mache ich es?
4. Mit wem?

Und jetzt wünsche ich dir von Herzen, dass du vieles Unnötige weglässt. Aufgaben nacheinander erledigst. Dir die besten Plätze zum Arbeiten aussuchst. Und Menschen meidest, die dich aussaugen.

Und damit du nicht nur mehr Energie einsparst, sondern immer eine Menge Energie im Tank hast, geht es im nächsten Blogbeitrag weiter.

Bis dahin wünsche ich dir eine entspannte Weiterreise und einen fantastischen Start ins neue JA.

 

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